Back to the Roots in Gföhl mit „Silbersee“

Wild West Romantik pur!
Wild West Romantik pur!

Eine Sensation für alle Karl May Fans in Österreich: in Gföhl wird wieder gespielt! Autor und Regisseur Rochus Millauer ist mit seinem Ensemble wieder da, wo er hingehört – in Gföhl. Ihm gelingt mit seiner „Silbersee“ Inszenierung ein großartiger Startschuss für die Winnetou-Spiele, die nun in eine neue Ära gehen. Die Vorstellungen auf der Naturbühne im Waldviertel sind gut besucht. Zur Premiere kamen sogar Bewohner aus dem 160 km entfernten Winzendorf, wo es zwar ebenfalls eine Karl May Bühne gibt, die aber dem Ensemble von Millauer „nachgereist“ waren, wie sie sagten.

Zum Inhalt:

Die Tramps jagen einer Karte nach, die zum Schatz im Silbersee führen soll. Dabei schrecken sie nicht vor Mord und Brandstiftung zurück. Winnetou, Old Shatterhand, Sam Hawkens, Gunstick Uncle und Lord Castlepool nehmen die Verfolgung der Tramps auf. Ebenso ein geheimnisvoller maskierter schwarzer Reiter, der mit dem Anführer der Tramps noch eine offene Rechnung zu haben scheint. Zur gleichen Zeit graben die Utahs das Kriegsbeil aus und wollen alle Weißen aus ihrem Gebiet vertreiben. Sie überfallen die Holzfäller und entführen Ellen. Winnetou und Old Shatterhand gelingt es, das Mädchen aus den Händen der Indianer zu befreien. Da entdeckt Winnetou, dass Ellen eine indianische Skizze, ein Andenken ihres Vaters, um den Hals trägt. Er erkennt die Bedeutung dieser Zeichnung – der Plan zum Schatz im Silbersee. Die Tramps haben mittlerweile, in Abwesenheit der Utahkrieger, deren Lager überfallen, um nach dem Plan zu suchen, werden aber nicht fündig. Old Shatterhand und seine Begleiter Sam und Gunstick Uncle sowie Lord Castlepool fallen in die Hände der heimkehrenden Utahkrieger und werden des Mordes an den indianischen Frauen und Kindern beschuldigt. Im Lager der Indianer müssen sie nach dem Beschluss des Rates der Alten um ihr Leben kämpfen. Winnetou, der sich kurz vor der Gefangennahme Old Shatterhands von ihm trennte, und Kleiner Bär, ein junger Tonkawa-Häuptling, dessen Vater Großer Bär von den Tramps in Sheridan, einem Handelsposten, ermordet wurde, bringen Ellen zurück zu den Holzfällern. Old Shatterhand und seine Begleiter werden trotz der gewonnenen Kämpfe von den Utahkriegern festgehalten, bis Winnetou und Kleiner Bär sie befreien. Dann wird die Verfolgung der Tramps wieder aufgenommen. Cornel und seine Banditen haben mittlerweile erfahren, dass Ellen den Plan besitzt. Sie entführen das Mädchen und reiten zum Silbersee, verfolgt von Winnetou und Old Shatterhand. Dort kommt es zum entscheidenden Kampf mit den Banditen.

Das Stück ist zwar sehr frei nach Karl May inszeniert ist, aber es enthält dennoch viele Motive der Buchvorlage und lässt richtig schönes Karl May Feeling aufkommen. Das liegt natürlich auch an dem tollen Blutsbrüderpaar, verkörpert von Max Spielmann als Winnetou und Oliver Roitinger als Old Shatterhand. Ganz edel wirken sie in ihren Rollen und transportieren dabei jene ethischen Ideale, für die Karl Mays Figuren auch heute noch geliebt werden, nämlich der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Über die Schlussszene werden sich die Karl May Fans besonders freuen, in der Winnetou aus der Ferne ein letztes Mal seinen Blutsbruder zum Abschied „Scharlih“ zuruft.

Winnetou und Ellen - eine Romanze bahnt sich an.
Winnetou und Ellen – eine Romanze bahnt sich an.

Die weibliche Hauptrolle wird von Anna Sophie Krenn verkörpert. Sie ist zum ersten Mal auf einer Karl May Bühne zu sehen und spielt die Rolle der Ellen, die als Waisenkind bei Holzfällern aufgewachsen ist und sich auch gegen Männer zu wehren weiß. Zwischen ihr und Winnetou kommt es sogar zu einer kleinen Romanze, berührende Szenen voller Dramaturgie, bei denen man eine Stecknadel fallen hören könnte. Für ausreichend Humor sorgen natürlich Rainer Vogl als Sam Hawkens, Gery Seidner als Lord Castlepool und Ben Turecek als reimender Präriepoet Gunstick Uncle. Einfach zu köstlich, vor allem die Pinkelszene …

Sam Hawkens, Lord Castlepool, Gunstick Uncle
Sam Hawkens, Lord Castlepool, Gunstick Uncle

Obwohl die Bösewichter besiegt werden, endet das Stück tragisch und hinterlässt einen ziemlich bitteren Beigeschmack. Das wurde aber bewusst so inszeniert und soll den Zuschauer zum nachdenken anregen. Rochus Millauer will mit seiner Inszenierung nicht nur einfach unterhalten, sondern auch die zeitlosen Werte von Karl May vermitteln, und das ist ihm wieder einmal überragend gut gelungen. Gespielt wird noch am Samstag d. 24. und Sonntag d. 25. August.

Fotos: Privat

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