Winnetou I – heute ist Premiere in Winzendorf

Winnetou und Klekih-petra

Nach einer anstrengenden Probenwoche unter schweren Bedingungen für die Schauspieler aufgrund der schlechten Wetterlage, fand gestern Abend in Winzendorf die Generalprobe für „Winntou I“ statt. Das Wetter hatte sich inzwischen etwas aufgeklärt: es war leicht bewölkt und sonnig, jedoch blies der Wind den Schauspielern zeitweise so heftig ins Mikrofon, dass man Mühe hatte den Text zu verstehen. Etwa 600 Besucher kamen angereist, um sich vorab das neue Bühnenstück anzusehen, welches heute Abend zur Premiere gebracht wird.

Die Geschichte ist bekannt: ein junger deutscher Abenteurer reist in den Westen, um sich als Landvermesser für  die Eisenbahn  seine Sporen zu verdienen. Dort triff er Sam Hawkens, der das vermeintliche  Greenhorn unter seine Fittiche nimmt, um aus ihm einen gestandenen Westman zu machen. Nachdem der junge Deutsche  einen  Bären getötet hat und auch noch den  aufmüpfigen Trunkenbold Rattler in einem Schlag bewusstlos  schlägt, bekommt er den Namen Old Shatterhand. Nach einer Begegnung mit Klekih-petra, dem Lehrmeister der  Apachen, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Denn die Apachen sind alles andere als erfreut über die weissen Eindringlinge  und wollen sie verjagen. Allen voran Winnetou, der Sohn des großen Apachenhäuptlings Intschu-tschuna, der sich gegen den Landraub zur Wehr setzt. Als Klekih-petra von Rattler niedergeschossen wird, bricht der große Krieg aus. Klekih-petra, schwer verwundet, bittet Old Shatterhand, auf Winnetou acht zu geben und seine Freundschaft zu gewinnen. Ein schwieriges Unterfangen, zumal auch die Kiowas unter der Führung ihres Häuptlings Tangua das Kriegsbeil ausgegraben haben und gegen die Apachen ziehen. Auch der skrupellose Bandit Santer macht sich diesen Umstand zunutze, um mit Hilfe  von Tangua an das Apachengold zu gelangen. Old Shatterhand, der bei dem Überfall der Apachen verletzt wird, wird von Winnetous Schwester Nscho-tschi  gepflegt und sie verliebt sich in den Deutschen. Dieser gewinnt Winnetous Freundschaft, doch die Geschichte endet mit dem tragischen Tod von Intschu-tschuna und Nscho-tschi, die von Santer erschossen werden, als diese das Gold der Apachen holen wollen. Nun ist Winnetou der neue Häuptling, und er will seinen Stamm so anführen, wie Klekih-petra es ihn lehrte.

Klekih-petra stellt Bancroft zur Rede

Rochus Millauer präsentiert mit „Winnetou I“ erneut eine temporeiche Inszenierung voller Action und Dramatik, die sich vor den großen Bühnen wie Bad Segeberg oder Elspe keineswegs verstecken muss. Die Schauspieler glänzen in ihren Rollen, allen voran Maximilian Spielmann als neuer Winnetou, der im Laufe der Geschichte erst zu jenem edlen und weisen Häuptling heranreifen muss. Hier gibt es sehr berührende Szenen und Dialoge zwischen ihm und Günter Tolar in der Rolle des Klekih-petra. Und: nach Erol Sander in Bad Segeberg gibt es nun auch in Österreich einen Winnetou, der mit freiem Oberkörper auf der Bühne zu sehen ist.

Klekih-petra wurde von Rattler niedergeschossen

Eingefleischte Karl May Fans werden in diesem Jahr besonders auf ihre Kosten kommen, denn Millauer hält sich in seinem Stück sehr eng an die Buchvorlage. Selbst Old Shatterhands Zweikampf mit Blitzmesser und auch das Schießduell mit Tangua im Lager der Apachen gibt es zu sehen. Die Blutsbrüderschaft ist ebenfalls May-getreu dargestellt, und Günter Tolar darf dazu als Klekih-petra aus dem Jenseits sprechen – eine ergreifende Szene. Oliver Roitinger überzeugt in der Rolle als Old Shatterhand, und das Publikum leidet mit ihm, wenn Nscho-tschi (Daphne Hruby) in seinen Armen stirbt – Taschentücher bereit halten. Alles in allem eine gelungene Inszenierung. Wer Karl May liebt, sollte heuer nach Winzendorf gehen.

Santer und Rattler – die beiden Bösewichte
Old Shatterhand und Nscho-tschi im Pueblo der Apachen

Fotos: Winnetou Web Austria

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